SAMMLUNGAKTUELL
Satyendra Pakhalé: „B.M. Horse Chair"
Satyen Pakhalés Arbeit „Horse Chair" ist 96 x 52 x 82 cm groß und besteht aus mit Sand bearbeiteter Bronze.
Mit der Entwicklung dieses Objektes war Satyen acht Jahre lang beschäftigt. Sein Ziel war es, den ganzen Horse Chair aus einem nahtlosen Abguss zu erstellen. Dabei erhielt er Unterstützung von einem Stamm aus Indien, die tradíonell mit gesammeltem Bienenwachs arbeiten und ihn zu langen Fäden rollen und die Objekte damit umwickeln. Anhand zahlloser Skizzen und Modelle erlangte er schließlich die erwünschte Form, Materialität und Oberfläche des Horse Chairs. Die größte Herausforderung bestand darin ein Objekt dieser Dimensionen mit so zarten Metallwänden zu gießen. Satyen scheiterte vier Mal bis er letztlich die Produktion von Nagpur nach Europa verlagerte und die Methode veränderte und so zu den gewünschten Ergebnissen kam. 2007 wurde der Horse Chair auf der Art Basel das erste Mal präsentiert.
Ana Mendieta: Untitled
Ana Mendietas „Untitled" ist eine 33 x 24,1 cm große Zeichnung / Wash on Paper.
Diese zarte Zeichnung fiel Michael Andreae-Jäckering auf der Rückreise von einem Kongress nur durch einen glücklichen Zufall auf. Er hatte durch eine Flugzeugverspätung einen Tag gewonnen, und die Zeit genutzt um einige Galerien in New York zu besuchen.
Als er nun in den relativ kleinformatigen Arbeiten / Zeichnungen versank und die Galeristin ihm erzählte, dass die Bilder von Ana Mendieta seien, war er zunächst noch gar nicht so interessiert, obwohl ihm die Bilder sehr gut gefielen. Seine Begeisterung war jedoch geweckt, als er feststellte, dass Ana Mendieta acht Monate lang die Ehefrau von Carl Andre war. Einige von Carl Andres Arbeiten waren schon lange Teil seiner Sammlung. Er entschied sich nicht sofort für das Bild, sondern erst als ihm auffiel, dass er immer wieder an die Arbeit denken musste und nicht von ihr loskam.
Ana Mendieta war eine bedeutende Künstlerin, die 1948 in Kuba / Havanna geboren wurde und im September 1985 auf tragische Weise ums Leben kam. Bis heute ist der Sturz aus der 34. Etage ungeklärt. Sie arbeitete im Bereich Skulptur, Malerei, Video- und Performancekunst.
Angela Glajcar: Terforation VI/W, 2008
Angela Glajcars Arbeit Terforation VI/W von 2008 ist 70 x 40 x 20 cm groß und besteht aus Papier und Metallträgern.
Ihre Objekte sind aus hochwertigen Papier geschaffen. Trotz ihrer Leichtigkeit haben sie eine erstaunliche Massivität inne. Die gerissenen, scharfen Kanten des Papieres lassen die Arbeit durch Licht und Schatten in ungerichteter Art und Weise zu einem Objekt werden, das lebendig wird und auf Landschaften verweist, genauso wie auf Gletscher, Höhlen oder Felsformationen.
Es scheint wie ein Spiel aus Schwerelosigkeit und Anziehung. Aber auch Temperament und Ruhe sind in ihrer Ambivalenz zu finden.
Res Ingold: Vogelflughafen
Der von Res Ingold entworfene Vogelflughafen befindet sich im Vorsterhauser Weg in Hamm. Er liegt dort ganz herrlich da zwischen Bürogebäuden, einem alten Bunker, einem Hochsitz von Nicolas Kerksieck, einem See in einer zauberhaften Parklandschaft und dem neunten Schornstein von Jan Svenungsson.
Heute sind urbane Biotope beliebter denn je, um der Artenvielfalt auch in dicht besiedelten Gegenden einen geschützten Lebensraum zu bieten. So erfordern diese urbanen Biotope besondere Lösungen, Verkehrssysteme wenn man so will. Der Ornithoport in Hamm ist einer der modernsten Vogelflughäfen in Europa und bietet anspruchsvollen Flugtieren eine sichere Logistik. Die Ingold Airline hat eine animal Escort entwickelt und bietet somit einen weltweit einzigartigen Service.
Mittlerweile gibt es einen Korrespondenz-Flughafen auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn.
Hubert Kiecol: H.M.
Zwei wunderschöne Säulen aus Beton stehen im Raum. Eine einzelne Säule ist 170 cm hoch, hat einen Durchmesser von 23 cm und wiegt dabei 250 Kilogramm. Trotz ihrer Materialität sind die Pfeiler von einer erfrischenden Leichtigkeit und Poesie.
Kiecol selbst sagt der Künstler solle hinter seinem Werk zurücktreten um Pathetisches von vornherein zu neutralisieren. Darum erfindet er keine Formen, sondern entlehnt sie vielmehr seiner Umgebung.
Gotthardt Graubner: o. T. 2002
1955 beginnt Gotthard Graubner sich von den bis dahin verwendeten geometrischen Farbformen zu lösen. Er ist der Schöpfer des Begriffes der Farbraumkörper. Es geht dabei um ein Befreien der Farbe, den Eigenwert und das Eigenleben der Farbe und des Papiers zu respektieren. Diese Arbeit ohne Titel entstand auf einem handgeschöpften nepalesischem Papier. Durch die Beschaffenheit dieses Papiers gewinnt die Farbe noch mehr Leichtigkeit und Transparenz und fordert vom Betrachter Konzentration und eine sensible Offenheit. Es geht bei seinen Bildern um Farbe, Licht und Bewegung.
Bewegung – sich ausbreiten, fließen, atmen, aufgehalten werden, sich stauen, zurückdrängen, wieder fließen, Ruhe finden, formuliert Graubner seine Arbeitsweise.
Susan Hartnett: Calamagrostis canadensis, blue joint grass
Susan Hartnett zeichnet Pflanzen mit Kohle auf Papier.
Präziser formuliert, zeichnet sie Gras. Wenn man Susan Harnett fragt, warum sie Gras zeichnet, erwidert sie, aus Neugier und weil Sie die Lust dazu verspürt. Außerdem hilft es ihr sich zu konzentrieren.
Lange hat sie chinesische und japanische Kalligraphie untersucht und in ihren langen Studien erlernt Ihre Zeichungen in Kohle umzusetzen. Sie arbeitet ohne Radiergummi und sagt, dass sie die Kohle biegsam macht. Jede Grass Zeichnung hat ihren eigenen Stil und ihren eigenen Charakter.
Jan Svenungsson: The Ninth Chimney
In Jan Svenungssons Werkgruppe Chimneys werden Schornsteine, wenn möglich von einem festen Team und unter Beteiligung des Künstlers gemauert, um jedem Bauwerk einen einheitlichen Duktus zu verleihen.
Im Vorsterhauser Weg ist der neunte Schornstein mit 7150 Klinkersteinen in 213 Stunden von vier Maurern aufgeschichtet worden. Dabei mussten ungefähr 3500 Steine mit der Steinsäge zugeschnitten werden. Jeder neue Schornstein wird einen Meter höher als die vorherige Arbeit. So ist das erste Exemplar, der 1992 vor dem Museet Moderna Stockholm erbaut wurde zehn Meter lang gewesen. Der Urschornstein ist leider schon abgerissen worden.
Es sind noch insgesamt sieben der neun Schornsteine erhalten.
Marta Guisande: o.T. 2008-2
„Die scheinbar monochromen Bilder sind meist aus mehreren Farbschichten übereinander aufgebaut. Marta Guisandes Vorgehen ist intuitiv und entwickelt sich sukzessive. Manchmal Arbeit sie monatelang an den Malereien. Die Struktur des Bildes entsteht durch wiederholtes Auftragen und reduzieren von Farbschichten. Dabei verstreicht sie zarte Schleier farbiger Emulsionen aus Acryl-, Kasein-, und Dispersionsfarbe über die nur leicht grundierten Leinwände. Durch das ständige auftragen und abtragen der verschiedenen Schichten erzeugt Martha Guisande einen matte Oberfläche, wo die Pigmente noch atmen können und aus sich heraus leuchten.“
(Quelle: artnet)
Nina Brauhauser: Whites
Nina Brauhauser schreibt zu Ihrer Fotoserie "Whites":
In meiner Arbeit "Whites" entsteht durch die Neuordnung der Wirklichkeit entnommener Raumfragmente und Strukturen ein Raumgefüge, welches als Umfeld für eine gegenstandslose metaphysische Ebene fungiert. Diese Ebene, in Form einer weißen Fläche dargestellt, ist Kern der Auseinandersetzung. Sie dient als Deutungsebene und bezieht den Betrachter mit ein. In ihr verdichten sich sein Erfahrungsraum, der das Bewusste und das Unbewusste sowie das Rationale und das Emotionale einschließt, sowie sein Gedankenraum. Die weiße immaterielle Fläche ist von einer raumdefinierenden Wirklichkeit umgeben mit der sie gleichsam in Beziehung tritt sowie in dieser ihre Auflösung erfährt.
Die Arbeit "Whites" fordert eine kontemplative Haltung.
(Quelle: Webseite Galerie Schütte)
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Carl Andre: Zinc-Lead Sonnet
14 rechteckige Plattenelemente aus Zink und Blei liegen hintereinander in einer Reihe und bilden eine lang gezogene viereckige Fläche. Die Metalle wechseln sich in der Reihenfolge ab. Die Werkgruppe der Sonnets sind Klanggedichte. Sie haben die Anzahl der Zeilen und den antithetischen Aufbau mit der Gedichtform gemeinsam. Die zwei unterschiedlichen Metalle einer Komposition klingen als Farben im Raum.
"Ich mag keine Kunstwerke, die schrecklich auffällig sind. Ich mag Kunstwerke, die unsichtbar sind, wenn man nicht danach sucht. Ich mag das man mitten auf der Arbeit stehen kann. "
"Man kann also mitten auf einer Skulptur stehen und nichts von ihr sehen, was absolut in Ordnung ist. Die meisten Leute sehen sie nicht, wenn sie in einen Raum kommen und sich umsehen. Sie können auf einer Arbeit stehen und sie nicht sehen, was völlig in Ordnung ist. Es gibt eine Reihe von Materialeigenschaften, die sich vermitteln, wenn man auf Material geht: Dinge, wie z.B. der Klang einer Arbeit und das Gefühl der Reibung, wie man vielleicht sagen könnte.
(…) In der Mitte eines Quadrats aus Blei zu stehen ist ein völlig anderes Gefühl, als in der Mitte eines Quadrates auf Magnesium zu stehen."
(Quelle Interview Phylliy Tuchman)
Katharina Hinsberg: Lichtes Maß III
„Lichtes Maß III, Bürogebäude der Firma Jäckering in Hamm. Das Foyer im Bürogebäude der Firma Jäckering teilt sich in zwei Etagen, die über eine geschwungene Treppe miteinander verbunden sind. Im Zentrum des Foyers öffnet sich ein schmaler Raum in der gesamten Höhe des Gebäudes. Dieser Ort ist eigentlich leer, funktionslos, und dennoch das Zentrum des Gebäudes, das Auge aller Bewegungen von einem Trakt in denAnderen, zwischen den Etagen und von Innen nach Außen.
Ein 'Lichtes Maß' bemisst im Allgemeinen einen Zwischenraum, etwa den Abstand von zwei voneinander entfernten Bauteilen (Boden und Decke oder Sims und Sturz).
Dieses Maß gibt eine Öffnung an, von außen, in ihren Begrenzungen. Raum wird durch ein Außen bedingt, aber bereits im Entwurf,als Angabe von lichten (marginalen) Maßen; Höhen und Breiten, wird Raum bestimmt bestimmter Raum – Unabhängig davon, ob dieser Plan je verwirklicht wird oder nicht. Vielmehr kommuniziert sich dieses Maß (vielleicht zeichenhaft) geradezu unabhängig vom entsprechenden Raum: Maß und Raum verweisen aufeinander, haben ihre Bestimmung aber jeweils Eins ohne den anderen.“
(Katharina Hinsberg, November/Dezember 2006)
Mary Heilmann: Red Wave
„Painting a line across canvas with a brush is similar to the motion of a wave breaking.“
Zwar hat M. Heilmann sich nie einem formalen Purismus unterworfen, dennoch dienen ihr die „wechselförmige Wirkung der Horizontale und der Vertikale“ (Piet Mondrian") geometrische Formen als narrative Elemente einer Komposition. Alltägliches aus Film und Musik dienen ihr als Inspirationsquelle und sie interpretiert malerisch Geschichten und Stimmungen, indem sie von der Sehnsucht des Menschen weiß. Sie öffnet dem Betrachter ihr Herz und teilt sich gerne mit.
„I have always loved the truth of geometry, euclidean, topological and geometry of time.“
(Quelle: aus Mary Heilmann: Farbe und Lust / Christa Häusler)
Eduardo Chillida Gravitaciones
“Is not the persistence of instability the only stable thing?“
„Ich habe mein Leben lang Collagen gemacht und hatte immer Probleme, mit dem Klebstoff. Irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich mit Klebstoff arbeite, wenn ich damit nicht zurechtkomme. Daraufhin habe ich den Klebstoff einfach weggelassen und stattdessen mit Freiräumen gearbeitet. Ich habe das Papier zurechtgeschnitten und übereinandergelegt, es mit Fäden aufgehängt und es dann ‘Gravitaciones‘ genannt", beschrieb Chillida die Arbeit mit der Schwerkraft.
Gravitaciones ist eine von Chilida entwickelte Reliefstruktur in Papier. Für diese Arbeiten verwendet er handgeschöpftes Papier, welches er in mehreren Blätter hintereinandergelegt und mit einem Faden zusammenheftet. Das vordere Blatt ist beschnitten in rechteckigen sowie auch organischen Strukturen. Die Ausschnitte wirken wie Fenster zum hinteren leeren Blatt.
(Quelle: Deutscher Scherenschnittverein)





















